· Einsätze

Viel Aufmerksamkeit für Rotuine-Einsatz

Helfer-vor-Ort

Einsatz im Seepark Pfullendorf

Bevölkerung kann sich darauf verlassen: medizinische oder ärztliche Hilfe ist nicht vom zufälligen Aufenthalt eines Arztes abhängig.

Ärztliche Hilfe im Notfall ist nicht vom zufälligen Aufenthalt eines Arztes abhängig

Ein Unfall im Bereich des Wakeboard-Parks im Seepark Pfullendorf sorgte am Dienstag für einen umfangreichen Rettungseinsatz. Aufgrund der ersten Notrufmeldung wurde die Situation zunächst als “Bade-/Ertrinkungs-/Tauchunfall” eingestuft. Entsprechend alarmierte die Integrierte Leitstelle neben Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei auch die Spezialkräfte für die Wasserrettung, darunter die DLRG Ravensburg, Sigmaringen und die Rettungstaucher der Feuerwehr Mengen. 

Bereits kurz nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte konnte jedoch festgestellt werden, dass kein Wassernotfall vorlag. Vielmehr handelte es sich um einen medizinischen Notfall infolge eines Sportunfalls. Durch die schnelle Rückmeldung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes konnte die Alarmierung zeitnah an die tatsächliche Situation angepasst werden. Die für einen Wassernotfall vorgesehenen Spezialkräfte mussten deshalb nicht mehr tätig werden und konnten ihren Einsatz abbrechen. 

 

Helfer vor Ort überbrücken die therapiefreie Zeit

Zum Zeitpunkt des Notrufs befand sich der in Pfullendorf stationierte Rettungswagen gemeinsam mit dem ebenfalls in Pfullendorf stationierten Notarztfahrzeug in einem anderen Einsatz. Um dennoch eine schnelle medizinische Versorgung sicherzustellen, wurden die ehrenamtlichen Helfer vor Ort (HvO) des DRK alarmiert.

Die Helfer vor Ort übernehmen in solchen Situationen eine wichtige Aufgabe: Sie treffen häufig bereits wenige Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort ein und beginnen unmittelbar mit der medizinischen Erstversorgung, bis der Regelrettungsdienst verfügbar ist. Gerade in Situationen, in denen Rettungswagen oder Notarzt bereits gebunden sind, stellt diese Struktur einen wichtigen Bestandteil der Notfallversorgung in unserer Region dar.

Notarztversorgung war kein Zufall - das komplexe Hilfeleistungssystem hat funktioniert

Da der reguläre Notarzt ebenfalls anderweitig im Einsatz war, wurde zusätzlich der in Pfullendorf etablierte Notarzt-Hintergrund alarmiert. Dieses System bietet die Möglichkeit, dass bei Bedarf kurzfristig ein weiterer Notarzt zur Verfügung steht und die notfallmedizinische Versorgung ohne Verzögerung gewährleistet werden kann. Wie beim Helfer-vor-Ort System wird auch hier automatisch ein Rettungsmittel der Regelrettung (Notarztbesetzt) alarmiert. 

In diesem konkreten Fall waren das der nächstgelegene Rettungswagen aus Ostrach und der Rettungshubschrauber „Christoph 45“ als mit einem Notarzt besetzten Rettungsmittel.  

Gute Zusammenarbeit aller Organisationen

Nach der Erstversorgung durch die Helfer vor Ort und den im “Notarzthintergrund” alarmierten Notarzt konnte der Patient schonend zum bereitstehenden Rettungswagen transportiert werden. Hierbei unterstützten die Einsatzkräfte der Feuerwehr tatkräftig mit Muskelkraft und ermöglichten so einen sicheren Transport

So funktioniert das komplexe Hilfeleistungssystem

 

Der Einsatz im Seepark zeigt damit beispielhaft, wie das komplexe Hilfeleistungssystem funktioniert: Von der Notrufannahme über die Alarmierung verschiedener Organisationen bis hin zur Anpassung der Einsatzmaßnahmen greifen zahlreiche Bausteine ineinander – mit dem gemeinsamen Ziel, Menschen in Not schnell und professionell zu helfen - aber auch Rettungsmittel gezielt und sparsam einzusetzen

Ein routinemäßiger Ablauf im Hintergrund

Auch wenn der Einsatz aufgrund des eingesetzten Rettungshubschraubers und der Vielzahl an alarmierten Kräften besondere Aufmerksamkeit auf sich zog, handelte es sich um einen routinemäßigen Ablauf innerhalb des Rettungsdienstes, wie er im Landkreis täglich vorkommt und regelmäßig von unseren Helfer vor Ort bewältigt wird.

Notrufmeldungen müssen stets anhand der zunächst verfügbaren Informationen bewertet werden. Die Leitstelle entscheidet daraufhin über die erforderlichen Einsatzmittel, um auch im schlimmsten anzunehmenden Fall schnell helfen zu können. Sobald genauere Informationen von den ersten Kräften vor Ort vorliegen, wird die Alarmierung laufend an die tatsächliche Lage angepasst.

 

Versorgung war von Beginn an sichergestellt

Bereits nach Notruf wurden durch die Leitstelle Bodensee-Oberschwabenalle für das gemeldete Einsatzstichwort erforderlichen Rettungsmittel alarmiert. Dazu gehörten neben den örtlichen Helfer vor Ort auch der Rettungsdienst, der Notarzt sowie weitere Einsatzkräfte wie Feuerwehr, DLRG und Rettungstaucher. 

Ärztliche Hilfe im Notfall ist nicht vom zufälligen Aufenthalt eines Arztes abhängig

Die notärztliche Versorgung wurde somit nicht erst durch die Anwesenheit eines zufällig anwesenden Arztes ermöglicht, sondern war bereits mit der Alarmierung Leitstelle Bodensee-Oberschwaben eingeleitet.

Die Unterstützung durch einen vor Ort befindlichen Mediziner war selbstverständlich hilfreich und willkommen. Sie ersetzte jedoch nicht die regulären Strukturen des Rettungsdienstes, sondern ergänzte diese (wie auch das HVO-System) bis zum Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte.

Bevölkerung kann sich auf abgestimmtes System verlassen

Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass im Notfall ein leistungsfähiges und abgestimmtes Rettungssystem zur Verfügung steht. Sollte ein Rettungsmittel oder ein Notarzt bereits in einem anderen Einsatz gebunden sein, greifen automatisch vorbereitete Alternativen wie zusätzliche Rettungswagen, Notarzt-Hintergrundsysteme oder die Luftrettung. Ziel ist es stets, die notwendige medizinische Versorgung schnellstmöglich zum Patienten zu bringen – unabhängig davon, ob zufällig medizinisches Fachpersonal vor Ort ist oder nicht.

Genau dafür gibt es die Integrierte Leitstelle: Sie koordiniert die verfügbaren Ressourcen, bewertet die Lage fortlaufend neu und stellt sicher, dass die Bevölkerung jederzeit auf eine verlässliche und professionelle Notfallversorgung vertrauen kann.

Zeitnahe Rückmeldungen, Lagemeldungen und die Anpassung der alarmierten Kräfte können - wie in diesem Fall - auch zu einem sparsamen und verantwortungsbewussten Einsatz von alarmierten Rettungsmitteln führen, die im Zweifel sonst für andere Notfälle eben auch nicht zur Verfügung stehen würden, weil sie sich (bspw.) “im Seepark unnötigerweise die Füsse in Bauch stehen”. 

In der Pressemeldung ist augenscheinlich was verrutscht. Ärztliche Hilfe ist nicht vom zufälligen Aufenthalt eines Arztes abhängig. Wir ordnen die Zuständigkeiten für und im Hilfeleistungssystem ordnen.....

Artikel nicht verfügbar