Wir wissen bereits, dass es bei einem Blackout zu einem vollständigen Spannungsausfall kommt, der über mehrere Tage großflächig die Stromversorgung unterbrechen kann. Ein Brownout dagegen, ist nur ein begrenzter, temporärer Stromausfall. Er kann sowohl kontrolliert, also gewollt, als auch unkontrolliert eintreten.

Bei einem kontrollierten Brownout wird das Stromnetz gezielt entlastet. Dafür nehmen die Übertragungsnetzbetreiber besonders große Stromverbraucher oder ganze Stadtviertel mit Absicht vom Netz, um einen lokalen Stromausfall zu erzeugen. Damit kann in Notfällen von übermäßig hoher Stromnachfrage ein Totalausfall verhindert werden. Im Notfall sind die Übertragungsnetzbetreiber sogar zu dieser Maßnahme verpflichtet. Neben dem kontrollierten Brownout gibt es allerdings auch das unkontrollierte Szenario. Der Unterschied ist, dass der unkontrollierte Brownout nicht geplant oder vorhergesehen wird. Auch in diesem Szenario kommt es aber nicht zu einem vollständigen Stromausfall. Die Spannung in unserem Stromnetz sinkt, so dass der Strom immer noch bei uns angelangt, wir aber deutliche Leistungsunterschiede merken. In der Regel ist dieser Spannungsabfall innerhalb von einer Minute wieder vorbei. Schlechtes Wetter oder Störungen der Technik können Auslöser dafür sein, aber auch wenn zu wenig Regelleistung verfügbar ist.

Grundsätzlich ist bei einem Brownout von keiner wirklichen Gefahr auszugehen. Elektronische Geräte reagieren unterschiedlich sensibel auf solche kurzfristigen Spannungsabfälle, sollten in der Regel jedoch keine ernstzunehmenden Schäden davontragen. In Europa ist das Aufkommen eines solchen Brownouts sehr selten geworden. Gerade in Deutschland besitzen wir ein zuverlässiges und stabiles Stromnetz.

Kann uns ein Brownout vor einem Blackout schützen?

Die Antwort ist ja. Unsere Netzbetreiber bereiten sich auf jegliche Gefahrensituationen in unserem Stromnetz vor. Sollte es zu einer Situation kommen, in jener die Stromversorgung aller Haushalte sehr knapp wird, können sie verschiedene Methoden anwenden, um dem entgegenzuwirken. Beispielsweise kann zusätzlicher Strom aus dem Ausland gekauft werden oder die Stromzufuhr manuell begrenzt werden.

Ein Brownout ist ebenfalls eine mögliche Methode, wird aber weitestgehend als letzter Ausweg gesehen. Erst wenn alle anderen Maßnahmen nicht ausreichen, um der benötigten Stromversorgung Einhalt zu bieten, kann es zur gezielten Abschaltung von gewissen, großen Verbrauchern kommen. Mit dieser Methode kann ein großflächiger Zusammenbruch der Stromversorgung, wie es bei einem Blackout der Fall ist, verhindert werden. Um die abgeschalteten Gebäude nicht zu sehr zu belasten, wird vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft eine Dauer von 90 Minuten empfohlen.

Weitere Informationen:

Unterstützen Sie jetzt ein Hilfsprojekt mit Ihrer Spende